06. 05. 2013

 

Heute ist das Paket von Vincent Wooden Boats angekommen, darin ein Bausatz des »Tandem Cruisers«, eines Zweierkajaks mit großer offener Luke, das mir mit einer Länge von 4,26 m und einer Breite von 76 cm gut geeignet für mein Vorhaben scheint. Allerdings habe ich vor, die Sitzöffnung zu verkleinern, die Schottwände zu versetzen und Gepäckluken einzubauen, um es als Einerkajak zu nutzen.

15. 06. 2013

 

Nach einer Bauzeit von 40 Tagen ist das Boot nun fertig, es schwimmt, und die Modifikationen scheinen gelungen zu sein. Eine erste Testfahrt besteht es, und einer Teilnahme an der TID 2013 steht nichts mehr im Wege.

23. 06. 2013

 

Die TID startet in Ingolstadt. Das Hochwasser der letzten Wochen hat immense Schäden angerichtet, der Pegel ist nach wie vor sehr hoch, und es regnet noch immer.

Ich aber sitze zuhause und warte auf die Ankunft der letzten Bestellungen: Kamera und Speicherchip, Akkus und Mikrofon, Ladegeräte und noch vieles mehr, während sich die TID-Teilnehmer durch Regen, Kälte und Gewitter kämpfen müssen.

28. 06. 2013

 

Endlich sind alle Päckchen eingetroffen, der Leihwagen ist bestellt, und ich kann starten!

Die TID hat nach fast einer Woche hingegen schon 240 km zurückgelegt und Erlau, den letzten Ort der deutschen Etappe, erreicht, wo sie ihren zweiten Ruhetag verbringt.

Dort treffe ich am Abend ein, gebe den Mietwagen in Passau ab und habe es nun endlich geschafft: Ich bin bei der TID!

07. 07. 2013

 

Wien, Österreich, km 1.923.

Das Wetter ist besser geworden, nur ab und an regnet es noch am Abend, aber immer öfter scheint die Sonne und es wird wärmer.

In der ersten Woche komme ich kaum zum Filmen, statt dessen muss ich mich erst wieder daran gewöhnen, im Boot zu sitzen und mit dem Paddeln klarzukommen. Aber nach einer Weile funktioniert es wieder, ich werde sicherer, ich lerne wieder, wie alles funktioniert, und ab und an nehme ich auch schon mal die Kamera zur Hand.

15. 07. 2013

 

Visegrád, Ungarn, km 1.694.

Was uns zu schaffen macht auf der Strecke von Štúrovo, dem letzten slowakischen Ort, nach Visegrád, dem Beginn der ungarischen Etappe, ist der Gegenwind. Wellen türmen sich auf, und ich muss am Abend feststellen, dass die Luken nicht ganz dicht sind. Wasser ist ins Boot eingedrungen, der Laptop ist ein wenig nass geworden und funktioniert nicht mehr, was sich bis zum Ende der Reise auch nicht mehr ändern wird.

Und nun? Wie soll ich die Filme jetzt von der Kamera auf die externen Festplatten überspielen?

Also suche ich von nun an in jeder größeren Stadt ein Internetcafé und überspiele dort die Aufnahmen, das nimmt die Ruhetage oft zur Gänze in Anspruch und sorgt dafür, dass ich weniger Zeit habe, mir die Städte anzusehen oder mich einmal auszuruhen. Aber auf den 64 GB-Speicherchip passen eben nur knapp 6,5 h, also habe ich ab jetzt pro Tag im Schnitt knapp eine Stunde Aufnahmezeit, ich muss mich einschränken und sparsamer filmen.

23. 07. 2013

 

Mohács, Ungarn, km 1.448.

Bis jetzt habe ich erst zwei Interviews aufzeichnen können. Grundsätzlich gibt es zwar etliche TIDler, die ihre Bereitschaft erklärt haben, aber manchmal ist am Abend zu wenig Zeit, manchmal windet es zu sehr, was die Tonqualität unnötig verschlechtern würde, und manchmal bin ich am Abend, nach einer langen Etappe, auch einfach zu fertig und zu faul, und ich schaffe es einfach nicht mehr, die Technik aufzubauen oder mich zu überwinden, jemanden zu fragen.

Ich bin ein wenig frustriert und interviewe mich irgendwann einfach selbst, aber gleichzeitig zu fragen und zu antworten, das funktioniert auch nicht recht.

01. 08. 2013

 

Belgrad, Serbien, km 1.165.

Nach 5 Wochen und etwas mehr als 1.000 km habe ich nun weitere zwei Interviews führen können, und ich bin sehr zufrieden mit den Ergebnissen! Vielleicht ist es sogar gut, dass es so lang gedauert hat, denn nun kennen wir uns untereinander schon recht gut, von einer Kamerascheu ist nichts zu spüren, und die Gespräche sind ehrlich, offen und gut, ich bin geradezu begeistert!

Zudem habe ich nun schon etliche schöne Bilder der Fahrt einfangen können, die Campingplätze und das unterschiedlichste Wetter auf dem Wasser, die Landschaften und die Paddler, große Schiffe und Wasservögel, Detailaufnahmen und vieles mehr. Es geht voran!

12. 08. 2013

 

Vidin, Bulgarien, km 791.

Die TID hat in den letzten sieben Wochen 1.665 km zurückgelegt, und auch in Bulgarien gibt es beinahe jeden Abend ein Kulturprogramm, das, je weiter wir den Fluss hinabfahren, immer bunter, lebendiger, lebhafter wird.

Ich habe mittlerweile fast alle Interviews geführt, die ich mir gewünscht habe, mittlerweile komme ich auch mit den serbischen und bulgarischen Computern in den Internetcafés klar, selbst wenn ich gelegentlich noch einen neuen Treiber installieren muss, bis der Speicherchip gelesen werden kann, und so kann auch ich nun langsam ein wenig mehr die Fahrt genießen und die Anspannung der letzten Wochen fällt nach und nach von mir ab.

26. 08. 2013

 

Cernavodă, Rumänien, km 300.

Nach zwei Monaten Sonnenschein und Hitze beginnen nun wieder die ersten Gewitter, es schüttet wie aus Eimern, und ich filme und versuche gleichzeitig, die Kamera, die nicht wasserdicht ist, einigermaßen trocken zu halten. Beides gelingt, und ich habe nun endlich auch ein paar schöne Aufnahmen von weniger schönem Wetter...

04. 09. 2013

 

Sfântu Gheorghe, Rumänien, km 0.

Die TID ist am Meer angekommen. Trotz heftiger Stürme und etlicher Gewitter in den letzten Tagen, und auch heute sorgt der starke Wind dafür, dass die Fahrt zu einer dem Ort etwas vorgelagerten Insel im Meer ausfallen muss. Nur ein paar junge Männer lassen es sich nicht nehmen, trotzdem hinauszufahren, und sie kommen nach ein paar Stunden erschöpft, aber stolz und glücklich zurück.

Wir anderen lassen die Boote an Land, wir wandern zum Strand, gehen baden und liegen in der Septembersonne.

05. 09. 2013

 

Die TID 2013 ist zu Ende.
Mit dem Schiff geht es zurück nach Tulcea, km 72, dann weiter mit dem Bus nach Hundldorf bei Straubing.
Für mich beginnt nun die Arbeit erst richtig, mehr als 42 Stunden Material habe ich trotz des kaputten Laptops von der Reise mitbringen können, und ich freue mich darauf...

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© Daniel Weißbrodt